Duocarns - Fantasy Buchserie

Duocarns - Fantasy Buchserie
Duocarns

Mittwoch, 4. Januar 2017

Ehre? Wie definiert man diesen Begriff? Ein paar Gedanken zum Thema von Pat McCraw

Artist: ©Sialyxz

Ein paar Gedanken zum Begriff "Ehre".

Von den Muslimen hört man sehr oft das Wort "Ehre". Ich habe mir mal Gedanken darüber gemacht, wie man dieses Wort definiert. Jeder hat da sicherlich seine eigene Definition. Für mich ist jemand ehrenvoll, der grundsätzlich ehrlich ist, einen Weg beschreitet, der niemanden verletzt, kränkt, behindert oder belästigt. Ehre hat jemand, der zu seinem Wort steht. Ehrenvoll ist auch, dass derjenige seine Sache und Ansichten, wenn unbedingt nötig, verteidigt, und sich dabei selbst zurück nimmt, denn er kämpft in diesem Moment für die Sache. Ehrenvoll ist jemand, der in der richtigen Situation demütig ist, und auch Fehler eingestehen kann.

Nun überlege ich, wie Moslems das Wort "Ehre" definieren. Grundsätzlich steht ihr Leben auf zwei Säulen. Dem Koran, den sie in die Welt tragen wollen, und der Vermehrung. Der Koran wird anderen Menschen mit Lügen und Tricks aufgezwungen. In der Vermehrungsfrage wird eine komplette Menschengruppe - nämlich die Frauen - als Eigentum gesehen, das sich bedingungslos zu unterwerfen hat. Ist der Mann ehrenvoll, verteidigt er sein Hab und Gut, versorgt seine Familie. Sie steht zusammen mit der Verbreitung seiner kruden Weltanschauung an erster Stelle. WIE der Moslem seine Familie erhält und seinen Glauben verbreitet, ist zweitrangig. Er kann dabei morden, verletzen und lügen. Das kratzt seine vermeintliche "Ehre" nicht an.

Und allein diese Tatsachen zeigen, dass der Islam mit unserer Welt unvereinbar ist. Zusätzlich kommt der Fakt, dass es in der Welt der Muslime das Wort "Selbstverwirklichung" nicht gibt. Er dient stur seinen beiden Säulen, ohne an seine eigene persönliche Entwicklung zu denken. Die muslimischen Kinder werden kaum gefragt, welchen Weg sie wählen wollen. Der ist bereits mit Säule 1 vorbestimmt. Nicht die Bildung und freie Entfaltung stehen im Fokus, sondern das absolute Gehorsam.
Korrigiert mich, wenn ihr es anders seht.

Ein paar Gedanken zum Thema Freiheit

Bild ©Sialyxz


Ein paar Gedanken zum Thema Freiheit.

Ich habe bis zum letzten Terroranschlag gedacht, die Moslems seien unsere Feinde. Aber das sind sie nicht. Zumindest nicht der größte Teil. 
Die Millionen Migranten wurden mit falschen Versprechungen ins Land gelockt und werden ebenso missbraucht wie wir. Das ist alles ein eiskalter Plan. Ein Kalkül. Der Feind sitzt ganz woanders. 

Das Attentat in Berlin hat eindeutig das Schema gezeigt, wie vorgegangen wird: Verblendeter Moslem wird zum Bauernopfer gemacht, seine Papiere am Tatort hinterlegt, danach ist er des Todes. Man kann das Muster verfolgen vom 12.9.2001 bis zum 19.12.2016. 
Sie verfahren immer gleich.

Gleichzeitig wird an der Verarmung der Bevölkerung gearbeitet, was ebenfalls Unruhe verspricht. Und man zerstört systematisch die Währung, nagt am Wohlstand, am Frieden. Ziel: Destabilisierung, um danach mehr Kontrolle zu gewinnen. (Natürlich unter dem Deckmäntelchen die Bevölkerung schützen zu wollen...) 

Denn es geht um Grunde um unsere Freiheit. Sie ist das, wonach die Reichen und Mächtigen gieren. Und eigentlich braucht man nur einen gesunden Menschenverstand, um das zu erkennen....


©Pat McCraw 2016

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Neuerscheinung Gay Romance: DER PASTOR von Pat McCraw


Neuerscheinung für Gay Romance Fans:
Der Pastor von Pat McCraw


Leseprobe:
... Am Sonntag war Thomas gerade dabei die Altar-Kerzen nach der Messe auszupusten, als er die Kirchentür hörte. 
Da kamen zwei Nachzügler, die er im Schatten der Empore zunächst nicht richtig sehen konnte.
Er blinzelte und sein Herz tat einen dumpfen Schlag, als er das Paar erkannte. Sven betrat in Begleitung einer jungen Frau die Kirche.
»Die Messe ist vorbei. Ihr kommt zu spät«, sagte Thomas und konnte sich etwas Ironie nicht verkneifen. Er ging den beiden bis zur Mitte des Kirchenschiffs entgegen.
Sven errötete. »Ähm, wir wollten zu dir.«
Das Mädchen mit dem halbseitig rasierten Kopf und den kunterbunten, langen Haarsträhnen auf der anderen Seite, kaute einen Kaugummi und sah ihn kalt an.
»Hallo«, grüßte Thomas freundlich. »Und wer bist du?«
»Das ist Susan«, erwiderte Sven, grinste frech und legte den Arm um ihre schmalen Schultern.
»Hi.« Susan ließ sich herab, zu antworten. »Schmeißen Sie hier den Laden?« Sie sah sich um. Offensichtlich hatte sie noch nie ein Gotteshaus von innen gesehen.
»Ja, wenn du es so ausdrücken willst.« Thomas riss sich am Riemen und passte sich sofort an. »Der Laden nennt sich Kirche.«
Das brachte selbst das Mädchen zum Grinsen.
»Es ist so ...« Sven ließ sich nicht beirren. »Die haben alle keinen Bock zu spielen, zumal nur zwei von meinen Kumpels Laptops haben, die dafür stark genug wären. Und auf Skat und so hat auch niemand Bock.«
»Kinderkram«, ergänzte Susan. Sie begutachtete seinen Talar und das Beffchen. »Was ist denn das für ein komischer Aufzug?«
Thomas musterte sie prüfend. Da war pure Dummheit in ihren grauen Augen. Sie waren stumpf und besaßen keine Tiefe. Er betrachtete Svens Hand auf ihrer Schulter.
»Pfarrer tragen solche Sachen während der Messe, Susan«, belehrte Sven sie. »Und jetzt sei mal still. Ich habe hier etwas zu klären.«
Susan zog als Antwort die Mundwinkel nach unten, kaute aber dann mit offenem Mund weiter an ihrem Kaugummi.
»Ja, gut«, nahm Thomas das Gespräch wieder auf. Wieso war ihm eigentlich gerade die Lust an der ganzen Sache vergangen? ...

Zeitgenössisches Buch über die Probleme 
eines jungen Mannes mit seinem Outing

Link zum Buch


Freitag, 16. Dezember 2016

Calzifer oder Der Geist im Ofen - Kurzgeschichte


Image by Draakh

Calzifer oder Der Geist im Ofen

- Kurzgeschichte -


Manche sagen, dass jedem Ding ein Geist innewohnt. Glaubst du das auch?
Man hört und sieht diese Wesen jedoch nur, wenn man die feinen Fühler ausfährt und einen Sinn für ihre Emotionen entwickelt. Liebevolle Pflanzenbesitzer werden das bestätigen.
   Obwohl aus Eisen, trutzig und unbeweglich, leben Geister auch in Öfen. Und gelegentlich hört man deren Stimme.
   So geschehen mit dem Geist Calzifer, der im Herz meines Hauses, einem dicken, eisernen Allesbrenner aus der Tschechischen Republik wohnt.
Calzifer futtert alles, ist normalerweise ein ruhiges und zufriedenes Wesen, das im Winter durch den Kamin tobt und im Sommer friedlich schläft. Wir kommen gut miteinander aus. Er sorgt dafür, dass sich die Adern meiner Wohnung erwärmen, und sich nicht nur die Bewohner, sondern auch die dicken Wände des Hauses wohlfühlen.
   Gestern jedoch war Calzifer verschnupft. Er war ungenießbar, qualmte aus allen Öffnungen und gab mir so zu verstehen, dass er krank war oder zumindest etwas mit ihm nicht stimmte.
»Gut, Calzifer«, sagte ich. »Du weißt, ich bin auf dich angewiesen und ich will weiterhin dein Freund sein. Deinen Kamin hat der Schonsteinfeger letztens geputzt. Also kann es das schon mal nicht sein.«
Da Calzifer ein ausgesprochen rußiger Geselle ist, bereitete ich mich auf meine Hilfeaktion vor. Alte Hose, feste Schuhe, Gasmaske, lange Gummihandschuhe.
Mit einem Ruck zog ich sein Rohr aus dem Kamin. Oh je, völlig verdreckt. Ich schob draußen die dicke Rundbürste hinein, zog sie heraus und die harten Teerbrocken flogen meterweit in die Gegend. Gut, das war getan.
   Es gehört zu einer Reinigung, Calzifer in den Allerwertesten zu fassen. Keine schöne Arbeit, das gebe ich zu. Aber Luftklappe und Züge müssen nicht nur von innen, sondern auch von der anderen Seite mit Drahtbürsten gereinigt werden.
»Perfekt«, sagte ich, setzte das Rohr an seinen Popo und steckte die Gegenseite in den Kamin. »Jetzt mache ich noch deinen Rost frei, dann kriegst du wieder Luft und wir sind wieder Freunde.«
   Gesagt getan.
   Danach zündete ich hoffnungsfroh ein Feuer an.
Pfui Teufel. Der Rauch kam zurück, er hüllte mich ein, drang durch sämtliche Ritzen des Hauses. Calzifer hustete und war weiterhin ungenießbar.
Schnell rannte ich und riss alle Fenster auf, stand ratlos vor ihm.
»Was willst du denn noch? Du bist doch sauber!«
   Grübelnd ging ich ins Haus, ließ ihn vor sich hin müffeln und überlegte. Ein Ofen hat ein ganz einfaches System: Unten Feuer, Rauch durch Kamin und fertig. War es das nebelige Wetter, das den Qualm zurückdrückte?

   Ich schlief schlecht in der folgenden Nacht. Calzifer und ich sind ein Team. Ich besuche ihn alle zweieinhalb Stunden und füttere ihn, wie ein kleines Kind, was er ja wahrlich nicht ist.
Am nächsten Tag spuckte ich noch mal in die Hände.
Was störte unsere Freundschaft?
Beherzt klettere ich aufs Dach zu seiner Reinigungsklappe. Steckte die Ofenbürste an dem langen, beschichteten Stahlseil hinein. Hoppla. Es rieselte, als ich sie den Kamin empor schob. Das war schon mal gut. Nach unten ging das Werkzeug nur einen Meter in das Stahlrohr. Dann kam eine Blockade. Ich nahm alle Kraft und drückte. Nichts. Kein Durchkommen.
Was war das? Hatte ich einen toten Vogel im Kamin? Da die Bürste auf der anderen Seite eine Kugel hat, drehte ich sie um und stieß sie mit Gewalt hinein. Etwas innen brach. Es konnte nur ein dicker Ruß-Klumpen gewesen sein.
Grummelnd stieg ich vom Dach. »Scheiß-Schornsteinfeger. Zu faul auch nach unten zu putzen. Kommt, verlangt eine Menge Geld und arbeitet miserabel.«
Ich stapfte zu Calzifer und sah ihn an.
»Ich denke mal, jetzt bekommst du wieder Luft. Lass es mal testen.«
Ich machte ein Feuer an.
Natürlich, Calzifer ist nur ein Ofen. Aber was danach kam, überraschte mich doch.
Ich hörte seine Stimme.
Sie pfiff. Laut und laaange. »Huuuui, danke!«
Ich lauschte gespannt. Ein Geräusch, wie nicht von dieser Welt. Die Stimme eines fremden Wesens. Dem langen Pfeifen folgte ein wohliges Brummen, dann war er still.
Ich sah in die Brennkammer. Alles war wie immer. Gleichmäßige, wunderschöne Flammen, ein kleiner Luftzug, der den Rauch wegnahm und durch den Kamin in den Himmel trug. Und ich sah einen zufriedenen Calzifer in seiner eisernen Wohnung, der mich glücklich Holz kauend angrinste.

©Pat McCraw 2016




Freitag, 11. November 2016

Still, still, still - weil's Kindlein schlafen will!



Still, still, still - weil’s Kindlein schlafen will!


Hier sitze ich an meinem Rechner vor meinen Büchern und Geschichten. Ach, wie lang habe ich daran gearbeitet, die treffenden Worte zu finden, habe tausende Seiten geschrieben, um zu lernen mich auszudrücken. Nun gehorchen sie mir, die Worte. Ich kann sie benutzen, um all das, was sich in meinem Kopf befindet, zu Papier zu bringen. Und viele, viele verstehen mich. Durchleben mit mir meine Geschichten.

Nun fällt es mir leicht zu beschreiben, wie sich die Hände der Heldin verkrampfen, wie schmerzhaft die Fugen der stahlblauen Fliesen in ihre Knie drücken. Ihr Held, ihr Geliebter hat sie gezwungen, dort vor ihm niederzuknien und zu verharren.
Ich finde die richtigen Worte, oh ja. Kann verdeutlichen, was ich denke und fühle. Aber ich schrecke zurück, wenn ich die Augen öffne, aus meinen Geschichten auftauche und die Wirklichkeit betrachte.

Es wäre mir ein Leichtes zu schildern, wie sehr ich es hasse, morgens auf dem Weg zum Bäcker von schwarzen Zuwanderern in dem Park vor meinem Haus angequatscht zu werden, ob ich Drogen kaufen möchte. Herrgott, wieso sind diese Kerle plötzlich dort, mitten in meinem Land? Jedes Mal laufe ich schneller aus Angst, sie könnten mehr von mir wollen als nur mein Geld. Ob ich mir in Zukunft lieber gefrorene Brötchen im Supermarkt kaufen soll?

Natürlich könnte ich auch erzählen, wie das liebe Mädel aus meinem Bekanntenkreis, Azar, eine Perserin, von ihrem Vater gezwungen wurde in den Iran zurückzukehren, nachdem sie ihre Kindheit in Deutschland verbracht hat. Ich könnte ihre Tränen und ihre Angst schildern, in ein Land zu fahren, das ihr nicht nur fremd ist, sondern dass sie als Frau, als Persönlichkeit auf unerträgliche Weise einzwängt.

Selbstverständlich könnte ich im Internet, wenn ich mit meinen Freunden bei Facebook chatte und radikale Kommentare finde, antworten: »Du solltest dich mäßigen, denn nur durch deine Ausdrucksweise setzt du dich ins Unrecht, obwohl deine Aussage sicherlich stimmt.« Ich könnte ausgleichend, schlichtend und aufklärend wirken. Denn ich beherrsche die Worte, die verändern könnten.

Ja, könnte.
Ich starre auf meinen Screen. Dort reitet meine Heldin in einer nebeligen Nacht von finsteren Gedanken gequält.
Natürlich könnte ich etwas in meinem sozialen Umfeld bewirken. Nicht viel, nur Kleinigkeiten. Aber ich mache es nicht. Was, wenn meine Nachbarn herausfinden, unter welchem Nick ich bei Facebook bin? Oh je, oder vielleicht sogar meine konservative Erbtante? Und das Schlimmste - was könnten meine Leser sagen? Die Geschichte von Azar. Man würde mich für eine Feministin halten. Oder die Dealer im Park. Oh Gott, mir bricht der Schweiß aus. Die Leute könnten denken, ich sei Rassistin! Als Folge davon würden meine Buchumsätze einbrechen. Bei dem Gedanken fangen meine Hände an zu zittern.

Ich könnte etwas verändern, könnte den Mund aufmachen, aber wenn so viele Nachteile auf mich lauern?
»Wer da?«, brüllt die Heldin in die Dämmerung. Ihre Stimme erstirbt in den winzigen Wassertröpfchen, wird aufgesaugt wie von einem nassen Schwamm. Sie ahnt, dass die schemenhaften Gestalten dort im Nebel ihre Häscher sind. So weit ist sie gekommen, wie tapfer hat sie gekämpft. Gegen alle Widerstände hat sie ihre Liebe verteidigt, ihre Ehre und ihr Land.

Und ich sitze hier und starre auf meinen Screen, auf meine Hände und bin einfach nur feige.



Pat McCraw 2016

Donnerstag, 3. November 2016

Neuerscheinung: Gay Romance Lovestories


Die Duocarns Mainstory ist zu Ende.
Was aber nicht heißt, dass unsere Helden gestorben sind.
Sie leben weiter und das neue Buch gibt dem Leser einen Einblick, was sie 150 Jahre später treiben:

David & Tervenarius
David kann den stummen Areus nicht vergessen und lernt wegen ihm die Zeichensprache.
Das führt allerdings nicht zur Klärung seiner Gefühle, sondern bringt noch größere Verwirrung mit sich. 
Seine Unschlüssigkeit veranlasst Tervenarius zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Solutosan & Ulquiorra
Die beiden lieben die Urwüchsigkeit auf Renovamion.Aber die Arbeit dort ist hart.
Solutosan beschließt den Renovaren die Feldarbeit mit Freiberger Pferden von der 
Erde zu erleichtern. Aber schafft er es wirklich ein ganzes Pferd durch die Anomalie
zu befördern?

Patallia & Nice
Diese beiden kämpfen um Missverständnisse in ihrer Beziehung. Gar nicht so einfach,
wenn sich ein Mediziner mit einem kühlen Verstand und ein ausgeflippter Erdenmensch
zusammentun.

Alle drei Geschichten gehören in den Gay Romance Bereich.

Link zum Ebook

Link zum Taschenbuch


Freitag, 2. September 2016

Der schwarze Fürst der Liebe: Historisches zum Sonderpreis

Sonderpreis-Aktion für den 1. Band des historischen Romans "Der schwarze Fürst der Liebe".

Verdammt! Diese Engellin – diese kleine Hure! Warrenhausen hielt sich die blutende Nase. Er stürmte in das nächstbeste Zimmer. Das Blut floss in einem Strom auf seine brokatbedeckte Brust. Verflucht! Auch noch seine beste Weste. Er stolperte vorwärts, riss eine runde Tischdecke von einem zierlichen Tischchen neben dem Kamin und presste den Stoff an seine zerschnittene Nase. Dieses Miststück. Das würde sie büßen! Er brüllte nach seiner Haushälterin. »Elsa!« Dieses dumme Ding. Wo steckte sie wieder?
Seine Tochter Lena kam an der Tür vorbei, erblickte ihn und fing an zu schreien, die rosigen Hände gegen das Gesicht geschlagen. Jetzt fehlte noch, dass sie ohnmächtig wurde. »Wage dich umzukippen!«, herrschte er sie an. »Hol Elsa! Hol Bodo!« Die Haushälterin musste sich der Nase annehmen und seinen Diener Bodo würde er sofort losschicken, um die Sache auf seine gewohnte Weise zu klären. Er war unglaublich wütend! Diese kleine Hure hatte sich doch tatsächlich erdreistet sich ihm zu widersetzen!
Er stapfte zum nächsten Stuhl und ließ sich stöhnend darauf fallen, als Elsa ins Zimmer eilte. Auch sie musste er erst einmal lautstark zurechtstutzen, bevor sie ihre Panik überwand und verstand, was genau er von ihr wollte. Sie löste vorsichtig die Tischdecke aus seiner Hand und betrachtete die Nase. Die Blutung war glücklicherweise inzwischen zum Stillstand gekommen.
»Herr, diese Wunde muss genäht werden!«
Warrenhausen brüllte los: »Was?! Verdammt seid ihr alle, ihr Weiber!« Er bebte vor Zorn. Jetzt wollte dieses dumme Weibsbild zusätzlich an ihm herumstechen! Er stierte Elsa an. Er wusste, dass sie recht hatte. Und das erboste ihn noch mehr. Aber was hatte er für eine Wahl?
»Dann glotz nicht! Fang an!" Er sah ihr missmutig hinterher, als sie loseilte, um Nähzeug zu holen.
Als sie zurückkehrte, saß er in einem der vergoldeten Sesselchen, in der Hand den Brandweinbecher, bereit sich von ihr foltern zu lassen. Nachdem er sich einen Schuss Alkohol in den Mund und über die Nase gekippt hatte, machte Elsa sich pflichtschuldigst daran, ihm den Nasenflügel mit drei Stichen zu nähen. Er grunzte – drückte sie unwirsch mitten in der Arbeit zur Seite und nahm noch zwei tiefe Schlucke. Verdammt, das tat weh! Ungeduldig ließ er Elsa ihr Werk zu Ende bringen und scheuchte sie aus dem Zimmer. Seine Nase war eine pulsierende, hämmernde Masse.
Wo blieb denn nur Bodo? Der Diener klopfte kurz an, verneigte sich und stand dann abwartend vor ihm.
»Na endlich!« Warrenhausen stemmte sich hoch. »Hör zu«, presste er unter den Schmerzen hervor. »Das hier«, er deutete auf seine Nase, »hat die Heilerin Elisabetha zu verantworten, die mir ihre kleine Hure geschickt hat, um Lena zu verhexen!«
Ha! Warrenhausen gratulierte sich, dass ihm dieser Schachzug eben noch eingefallen war. »Du wirst jetzt den Schergen den Auftrag geben bei Elisabetha aufzuräumen, und diese blonde Hexe, die ihr dient, dem Bürgermeister und der Bürgerwehr zu überstellen. Die sollen dann zusehen, was sie mit ihr machen. Wir werden deren Hexenwerk keinen Augenblick länger dulden!« Er blickte zu Bodo hoch, griff in die Tasche seiner Weste und warf ihm eine Münze zu, die dieser blitzschnell auffing und verschwinden ließ.
»Sehr wohl, mein Herr!« Bodo verbeugte sich erneut und ging langsam rückwärts zur Tür. So hatte Warrenhausen es gern.
Ächzend erhob er sich und schleppte sich in seine Badekammer. Der Blick in den Spiegel ließ ihn erstarren. Was zum Teufel? Sein sorgsam gepflegter, gedrechselter Bart – befleckt mit Blut! Er füllte Wasser aus einer Kanne in eine Wasch-Schüssel und versuchte es vom Gesicht zu entfernen. Eine zweite Betrachtung sagte ihm, dass die Verfärbung im Barthaar wohl lange nicht verschwinden würde. Eiskalte Wut legte sich um seinen Magen und drückte ihn zusammen. Am liebsten hätte er den Spiegel zertrümmert. Nein, er war ein Mann der Disziplin, schalt er sich innerlich. Sofort ließ der Druck auf seine Innereien nach. Er würde etwas Längerfristiges planen.
Die Blonde hatte sich aufgeführt wie eine Wildkatze, aber wenn er ganz ehrlich zu sich war, fand er das ja reizvoll. Weiber, die für eine Münze die Beine breit machten, gab es in den Schankhäusern genug. Das wusste er, denn er machte seit dem Tod seiner Frau fünf Jahre zuvor, oftmals Gebrauch vom Angebot der Damen. Die kleine Heilerin war weit von diesen Huren entfernt. Dazu kam, dass er bei Engellin Potential witterte. Vielleicht auch magische Kräfte. Er erinnerte sich an den Ausdruck in ihren Katzenaugen. Da war etwas – und er wollte es haben.
Er zerknüllte das Handtuch und warf es in die Ecke des Waschtischs. Er fuhr sich durchs Haar und betrachtete seine blutbefleckte Weste. Ärgerlich! Nun ja, es war nicht das erste Mal, dass er Blut an sich kleben hatte. Ungewöhnlich war nur, dass es sich dieses Mal um sein eigenes handelte.
Er beschloss, nach dem Abendessen in das Städtchen zu reiten, um nachzuschauen, was aus der blonden Wildkatze geworden war, ging ins Esszimmer und klingelte nach Elsa.
Als Elsa mit dem Abendbrot das Speisezimmer betrat, saß Warrenhausen bereits breitbeinig an dem großen, runden Esstisch mit den Löwenfüßen. Er war umgekleidet und hatte den Weinbrandbecher wieder vor sich. Elsa servierte ihm schweigend das Essen: Brot, geräucherte Wurst und Rettich. Alles war schön in mundgroße Stückchen geschnitten, wie er es gerne hatte....

Dir gefällt die Leseprobe?




Sonntag, 14. August 2016

Duocarns - Final War ist da!

Die Geschichte der Duocarns geht in die zehnte und letzte Runde.
Nun sind 2600 Seiten vollendet.



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Donnerstag, 21. Juli 2016

Neue Kapitel von "Duocarns - Final War" sind online



Zwei neue Kapitel (5 und 6) sind online!


Den 10. und finalen Teil der Duocarns findest du als Fortsetzungsroman auf:

sowie auf


Viel Spaß!


PS: Wer die Serie noch nicht gelesen hat, hier ist der Link zu Amazon

Donnerstag, 14. Juli 2016

Duocarns - Final War als Fortsetzungsroman



Zwei neue Kapitel sind online!


Den 10. und finalen Teil der Duocarns findest du als Fortsetzungsroman auf:

sowie auf


Viel Spaß!


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Montag, 13. Juni 2016

Vorab-Cover "Duocarns - Final War"

Für die Fans der Duocarns, die schon auf den letzten Band der Saga warten, hier schon einmal das Cover und eine kleine Leseprobe:



Zweifelnd blickte Solutosan auf die drei Koffer. „Bist du sicher, dass du das alles mitnehmen willst? Du weißt, Duonalia ist kein Notstandsgebiet.“ Er grinste.
„Man weiß nie.“ David hatte nicht vor die Sachen zu reduzieren. Da war er bockig.
Solutosan nahm es mit Humor.
„Dann mache ich dafür wohl besser eine Extratour. Komm her.“
David gehorchte, trat zu dem Energetiker, legte seine Hände auf dessen Schultern und gemeinsam schritten sie ins Tor. Schon so oft war er in der tiefgründigen, pechschwarzen Anomalie gereist, nur mit dem goldglänzenden Solutosan als einzige Lichtquelle. Dabei gingen das Gefühl für Zeit und Raum völlig verloren. Des Energetikers starke Schultern bildeten den Fixpunkt, an den David sich klammerte. Er hatte erlebt, was es hieß, während des Transports den Sternenwanderer loszulassen. Tervenarius hatte es vor Jahren getan und war verschollen gewesen.
Nein, er musste nach Duonalia, hielt Solutosan fest und trat mit ihm gemeinsam auf den Innenhof von Meoderns Haus. Zu seinem großen Erstaunen waren alle seine Freunde dort versammelt. 
„Hoppla, das ist aber eine tolle Begrüßung.“ David strahlte, jedoch wurde sein Lächeln nicht erwidert. Besorgnis sprach aus allen Gesichtern.
„Was ist los?“
Patallia fasste sich als Erster, kam auf ihn zu und umarmte ihn.
„Das Sternentor ist zerstört worden. Und es hat Nice mit weggerissen.“
David sah sich fassungslos um. Meodern war da, sein Sohn Cesare, seine Tochter Aurora, seine Frau Trianora, die Trenarden Luzifer und Slarus sowie Patallia. Nice fehlte.
„Naja, so ganz weg bin ich ja nicht“, sagte eine Stimme neben David, der vor Schreck zusammenfuhr.
„Nice?“ David dachte, er habe sich verhört.
„Erschreck dich nicht. Mich hat’s erwischt. Das Sternentor hat mich wohl am Leben gelassen, aber man kann mich nicht mehr sehen.“
Das war die Stimme von Nice, eindeutig.
David tastete in die Richtung, aus der die Stimme kam, und bekam eine Hand zu greifen.
„Ich weiß, ich bin ein verdammter Exot und bei mir klappt nie irgendetwas.“
An die Hand geklammert sah David Patallia verzweifelt an. „Und ist er jetzt auch unsterblich?“
„Das wissen wir nicht. Nice hatte während des Angriffs Visionen. Er sah so etwas wie schwarze Schatten, aber es ist nicht klar, ob es eine Täuschung war, oder es sich dabei um die Zerstörer handelt.“
„Das war verdammt unheimlich, David, das kannst du mir glauben“, erklärte Nice neben ihm. „Alles hatte so gut geklappt, Arm und Gesicht waren bestens in Ordnung. Ich mache meinem Namen nun wieder alle Ehre. Und nun das.“
Das musste David erst einmal verdauen. Er ließ Nice’ Hand nicht los, und zog ihn zu der freien geflochtenen Sitzbank neben Trianora. Das Antlitz faltig und ruhig, das lange Haar schlohweiß, saß sie in einem blütenweißen Dona-Gewand, und schien zu schlafen. Sie war sehr alt geworden.
„Los, setz dich hin, damit ich weiß, wo du bist.“
Er sah, wie sich das Kissen neben ihm eindrückte. Der Freund saß nun wirklich an seiner Seite.
David wusste nicht, was er sagen sollte und sah an den Gesichtern der Anwesenden, dass es ihnen ebenso erging.
Solutosan hatte kurz vor seinem Tor verharrt, nickte in die Runde und verschwand in der Anomalie. Wahrscheinlich wollte er nun Davids Gepäck holen.
„Aber es muss doch eine Möglichkeit geben ihm zu helfen“, sagte David. Da hatte er eine Idee. Vielleicht konnte er etwas tun...

Duocarns Band 10 erscheint im Herbst 2016.


Montag, 6. Juni 2016

Mittelalterlicher, spannender Abenteuer-Roman: der schwarze Fürst der Liebe von Pat McCraw

Das spannende Abenteuer von Pat McCraw geht in die zweite Runde.

Was als  Reinkarnations-Lebensgeschichte mit Bruchstücken aus eigenen Erinnerungen an ein mittelalterliches Leben begann, ist nun rein fiktiv, mit eindrucksvollen Protagonisten, die eine spannende Handlung vorantreiben.
Die Geschichte: 
Als Hauptmann der Garde ist Mortiferius auf dem Goldsteiner Schloss hoch angesehen. Ebenso wie seine Frau, die Heilerin Engellin. 
Mortiferius erfährt eine neuerliche Beförderung, als die Königin ihn bittet, sie zu einem Treffen aller Könige Hedanias zu begleiten. 
Dort lernt er Daedalus, einen ehemaligen Haremswächter und Eunuchen kennen, der sich nicht nur als Freund, sondern auch als äußerst zielstrebiger Mann entpuppt. Mortiferius gerät unversehens mitten in den erbitterten Kampf um den Thron des Nachbarlandes. 
Wie bereits im ersten Teil beschreibt die mittelalterliche Helden-Saga temporeich, spannend und gefühlvoll eine Männerfreundschaft, 
Liebe, Eifersucht, Intrige und Kampf. 
Pat McCraw würzt diesen Reigen mit einer dezenten Prise Erotik. 
Das Buch hat 320 Seiten.
Es ist als Taschenbuch und Ebook erhältlich.


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Sonntag, 15. Mai 2016

In allen Shops: Die Duocarns Fantasy-Serie zum Sonderpreis



Die Duocarns Fantasy-Serie 
erhältlich ab 15.5. bei 

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Worum geht es?
Unsterblichkeit, unvergängliche Schönheit und Reichtum. Wer das besitzt, ist doch sicherlich glücklich. Oder vielleicht doch nicht? 

Pat McCraw demontiert in ihrer Duocarn Buchserie den Mythos Supermann anhand ihrer außerirdischen Traum-Männer, die auf der Erde stranden. Sie besitzen alle diese Eigenschaften und ihre erotische Ausstrahlung lässt Menschen beiderlei Geschlechts zu ihren Füßen liegen. Jedoch, allein diese Tatsache löst Verwirrung bei den Duocarns aus, denn die Männer sind in dieser Hinsicht unbedarft. 
Sie sind Krieger - seit Äonen auf der Suche nach ihren Erzfeinden, den Bacanis. Um auf der Erde zu bestehen müssen sie ihr Verhalten ändern. Ebenso wie ihre bacanischen Feinde, die in Vancouver gestrandet sind. 

Ihre Gegner, die Bacanis, etablieren sich als Drogenbarone und Sadomasochisten mit eigenem Swingerclub-Imperium. Eine farbige, aber auch brutale und leidenschaftliche, Welt.
Interessant ist, wie Pat McCraw die fünf völlig verschiedenen Männer diese Identifikations-Probleme bewältigen lässt. Was macht ein Kämpfer, wenn kein Krieg mehr ist? 

Pat McCraw zeichnet die Charactere liebevoll, - oftmals auch mit einem herzhaften Humor. Sie ermöglicht dem Leser selbst dem skrupellosesten Emporkömmling oder dem sanftesten Duocarn-Geliebten bis ins Innerste zu sehen. 

Die Geschichte hat den großen Vorteil, dass sie in Szenen geteilt ist, die sichtbar voneinander getrennt sind. Die Story ist fließend. Dennoch lesen sich die einzelnen Szenen wie Kurzgeschichten. Ein ideales Buch für Leser, die nur gelegentlich schmökern. Es ist einfach, wieder in die Geschichte zurückzufinden.
Jedem der Krieger ist ein Buch gewidmet. "Duocarns - Die Ankunft" ist der Start.


Samstag, 14. Mai 2016

Dante - Schattenspiel Ein Kriminalroman von Pat McCraw



Die Geschichte:
Udo Walls ist Kriminalbeamter in Andernach. Er ist ein harter Hund, aber Überstunden, eine marode Beziehung und finanzielle Probleme schlauchen ihn.
Er muss in einem Mordfall ermitteln, bei dem das Opfer während einer schwulen SM-Party in einer Lagerhalle getötet wurde.
Alle Beteiligten sind getürmt und haben einen Mann gefesselt zurückgelassen. Der junge Türke Dante fleht Udo an ihm zu helfen, denn er fürchtet um sein Leben.
Von diesem Augenblick an, gerät die Welt des korrekten Polizisten aus dem Lot, denn entgegen den Vorschriften hilft er Dante, der sich als der Bruder des Kölner Gangsterbosses Hamid Tapu entpuppt. Hat dieser die Finger in dem Mordfall? Und wie viel weiß der streng gläubige Moslem Hamid von den Umtrieben Dantes?
Udo beginnt ein gewagtes Spiel mit dem Ziel das Verbrechen aufzuklären und Dante zu helfen.
Das fällt ihm zusehends schwerer, denn er wird von seinen Gefühlen hin- und her gerissen. Das, woran er geglaubt hat, bricht nach
und nach unter ihm weg. Und nun?

Dante - Schattenspiel ist Pat McCraws erster Kriminalroman.

Das Taschenbuch hat 170 Seiten.

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Donnerstag, 5. Mai 2016

Die gute, alte Zeit ...

Heute geht es ausnahmsweise nicht um Bücher, sondern um etwas, das mir schon seit einiger Zeit auf dem Herzen liegt.

Die gute, alte Zeit .... Gab es so ein Deutschland wirklich nicht?

Die Frage, die mich in der letzten Zeit beschäftigt ist, wieso bei vielen, die sich das Programm der AfD ansehen, Sätze kommen wie: »Diese Partei will uns zurückführen in ein Deutschland von 1970, das es so nie gab.«
Ich bin sicher kein Fan der AfD, aber versuche, deren Bemühungen und auch deren Parteiprogramm unvoreingenommen zu betrachten. In einigen Punkten wie z.B. der Ablehnung der Homoehe stimme ich ihnen nicht zu. Aber muss ich sie deshalb als braune Brut verunglimpfen?

Was ich euch nun erzähle, schildere ich aus der Sicht einer einfachen Hausfrau, Mutter, Arbeitnehmerin und auch Selbständigen. Ich habe weder Politik noch Wirtschaft studiert, glaube aber, dass viele meinen Schlussfolgerungen zustimmen werden.

Ich bin 1955 geboren. Damals hatten die normalen Familien keinen Fernseher und nur die gut gestellten besaßen ein Auto. Ich erinnere mich, dass ein Ford der ganze Stolz meines Vaters war und man den VW Käfer liebte, der die Straßen bevölkerte.
Der Krieg war vorbei, jedoch nicht in den Köpfen der Menschen. Viele Alte erzählten von der Hungersnot und den Bunkern und Bomben. Ich konnte mir als Kind selbst ein Bild davon machen, denn in unserer Straße in Mainz waren noch etliche zerbombte Häuser, in denen wir wohl nicht spielen durften, es aber dennoch taten.

Die Menschen liebten ihren Ludwig Ehrhard mit der dicken Zigarre und waren in Aufbaustimmung. Wer konnte, der fuhr mit dem Auto nach Italien in Urlaub. Die Deutschen hörten sehnsuchtsvolle Lieder wie »Weiße Rosen aus Athen« oder Witziges wie »Drei kleine Italiener.«
Informationen bekam man damals aus dem Radio, der Zeitung und, ganz wichtig, abends, wenn man mit den Nachbarn vor den Haustüren saß.

Wir wohnten von 1955 bis 1961 in Mülheim/Ruhr. Dort war es noch Sitte, draußen zu sitzen. Nachrichten verbreiteten sich sehr schnell durch alle Straßenzüge. Jeder kannte jeden, sogar in den Städten.
Zum Fernsehgucken ging man in die nächste Kneipe, denn die Kneipenwirte hatten oft als Erste so ein Gerät. 1959 kam dann auch eins zu uns nach Hause. Mein Vater war total stolz. Es gab wohl nur ein Programm, aber die flimmernden Schwarz-Weiß Bilder wurde gierig aufgenommen. Das Kinderprogramm bekamen wir Kinder sorgfältig ausgesucht. Es war ein Erlebnis TV gucken zu dürfen. Tatorte fegten ganze Städte leer und die Fernsehsendungen wurden heiß diskutiert. (Erinnert euch an Anrüchiges wie Tutti-Frutti *grins*)

Sämtliche Feste wurden noch wirklich festlich begangen. Man hatte nicht viel Geld für große Geschenke. Also strickte und bastelte man bereits monatelang vor Weihnachten. Man freute sich über schön gemachte Holzkästchen oder selbstgestrickte Socken, liebte es gemeinsam Plätzchen zu backen.

Wir litten nicht, weil es nur an Sonntagen Fleisch auf dem Teller gab. Sonntag gab es den Kirchgang, gute Kleider wurden angezogen, prima gegessen. Werbung war im TV verboten. (Das übrigens meist um 12 Uhr nachts mit der Nationalhymne endete.)
An den Werktagen kochten die Frauen Dinge wie Milchreis als Hauptmahlzeit, es gab Hering mit Pellkartoffeln, Kartoffelpüree mit Spiegelei und andere einfache Gerichte.

Auch stanken wir nicht, weil nur samstags gebadet wurde. Man wusch sich jeden Tag, das war normal. Duschen gab es keine in den Häusern. An Elektrizität wurde gespart. Mädchen lernten in der Schule stricken, häkeln und nähen, Jungen werken. Sportunterricht wurde großgeschrieben und gefördert.
Ich war als Kind freiwillig im Schwimmverein und im Sportverein und bemühte mich, dort Leistung zu bringen. Denn da waren meine Freunde, und die Eltern sahen die ganzen Urkunden gerne.

Was übrigens auch selbstverständlich war, war die einhellige Meinung, dass Mütter zu ihren Kindern gehörten und möglichst nicht in die Fabrik. Die Frauen erzogen die Kinder und fanden das völlig normal. Wenn eine Frau  arbeiten gehen musste, weil das Geld nicht reichte, wurde getuschelt. Man schrieb das dem Mann zu, der nicht genügend Leistung brachte.

Foto von 1964


Wir zogen nach Mainz. Dort, in einem 7-stöckigen Mietshaus, war es anonymer.
Ich ging ins Gymnasium. Es war ein reines Mädchen-Gymnasium, was damals nicht als diskriminierend o.ä. gesehen wurde. Es war eine »Höhere Töchter-Schule«. Die Jungenschule, das Rabanus-Maurus-Gymnasium, war eine Ecke weiter. Dort startete man nicht mit Englisch, sondern mit Griechisch. Die Jungs wurden beäugt und bekichert.

Es gab inzwischen 3 Fernsehprogramme und etliche amerikanische Erfindungen schwappten nach Deutschland. Es gab keine Honig-Leckmuscheln mehr beim Bäcker, und man konnte auch keine einzelnen Bonbons mehr für einen Pfennig kaufen. Die Preise stiegen ununterbrochen.
Ich erinnere mich, dass Nyltest-Hemden als große Neuerung gefeiert wurden. Juhu! Die waren bügelfrei. Sie wurden aber nur gefeiert, bis man merkte, dass die Männer darin stanken wie die Büffel. Die Hausfrauen kehrten zu den Baumwollhemden zurück. Plötzlich gab es Fertiggerichte in Dosen, die den Hausfrauen das Kochen erleichtern sollten. Majoran und Thymian wurden zugunsten von fertigen Gewürzmischungen mit diffusem Inhalt aus den Küchen verdrängt.
Erst nach und nach wurden die zerbombten Häuser in meiner Straße wieder aufgebaut.

Ich war als Kind viel in meiner Stadt unterwegs. Wenn Schule und Sport mich nicht vereinnahmten, besuchte ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad Freundinnen. Zu Hause musste ich sein, wenn es dunkel wurde. Es waren natürlich auch damals schon Sittenstrolche unterwegs, nur wurde von ihnen nicht so viel Aufhebens gemacht. Erwischte man sie, sperrte man sie ein und fertig. Familiäre Desaster wie Kindesmissbrauch regelte man in der Familie und nicht in der Öffentlichkeit.

Zurück zu mir. Eines Tages kam ich in Mainz an einem Haus vorbei. »Haus der Jugend« stand darüber. Ich war 10 Jahre alt. Da ich nie auf den Mund gefallen war, ging ich hinein und fragte, was es damit auf sich hatte. Es war schlichtweg genial: Es gab Werkstätten und Kurse für einen minimalen Beitrag pro Monat. Man unterrichtete in Töpferei, Bildhauerei, Nähen, Emaillieren, Körbeflechten uvm. Man konnte bei einem bekannten Mainzer Künstler zeichnen lernen, Spiele ausleihen, sich auf der großen Bühne dort als Schauspieler betätigen, es gab eine Kids-Disco uvm.
Kinder, die im Haus der Jugend waren, hingen nicht auf der Straße herum. Sie waren in ihrer Freizeit völlig ausgelastet. Natürlich schleppte ich weiterhin riesige Büchermengen durch die Gegend, da ich in der Stadtbücherei Mitglied war und alles verschlang, was mir in die Finger kam.

Foto von 1962

Ein Telefon war ein stationäres Gerät und hatte eine Strippe. Wer außerhalb telefonieren musste, benutzte eine Telefonzelle.

Und was will ich sagen? Es ging uns gut. Wir waren wohl nicht ständig und überall erreichbar. Es gab nicht das Überangebot an Information, das man erst einmal sortieren musste. Kinder grüßten die Erwachsenen und zeigten Respekt. Nein, als Kind war das damals zeitweise nicht schön, denn Eltern waren noch der Meinung, dass sie mit Ohrfeigen und Schlägen auf den Po ihre Erziehungsmaßnahmen durchsetzen mussten. Auch Lehrer schlugen gelegentlich mit Rohrstöcken auf Kinderfinger, ohne angezeigt zu werden. Nichtsdestotrotz, was uns auf diese Art eingebläut wurde, saß.

Ich erinnere mich an einen Vorfall, den mir mein Mann erzählte. In Kruft gab es einen Lehrer, der zu viel schlug und dabei einmal einen Jungen verletzte. Einen Tag später war der Vater des Kindes in der Schule, nahm den Lehrer am Kragen und ohrfeigte ihn. Mein Mann erzählte, dass sie nach einer Weile gingen, denn es war langweilig geworden zuzusehen, wie der Lehrer gemaßregelt wurde, da die Ohrfeigen lange hagelten. Danach war besagter Lehrer einige Tage krank und kam dann in den Unterricht zurück, schlug aber keine Kinder mehr.

Kinder, die in den Gärten der Nachbarn Äpfel stahlen und sich dabei erwischen ließen, wurde der Hosenboden stramm gezogen. Niemand wäre jemals auf die Idee gekommen für so etwas die Polizei zu bemühen oder die Gerichte.
Tja, und was lernten wir in der Schule? Aufklärung gab es unter der Hand oder, so wie bei mir, durch meine Mutter, die dabei fast in den Boden versank.
Hitler und der Nationalsozialismus wurden möglichst totgeschwiegen. In Geschichte lernten wir, dass es ein riesiges Glück gewesen war, dass man die Türkeninvasion 1683 gestoppt hatte, denn sonst wären die Ungläubigen und Heiden in unser schönes Deutschland eingefallen. Nicht vorzustellen.
Meine Mutter war wohl, wie so viele, während des Krieges aus der Tschechei gekommen, aber war so wie all die Schlesier völlig akzeptiert. Sie war streng katholisch erzogen worden. Heiden wollte man keine in Deutschland. Als Kinder sammelten wir Silberpapier für die armen Negerkinder. Der einzige Farbige, den wir kannten, war das nickende Negerlein, das mit der Weihnachtskrippe aufgebaut wurde und den Sarottimohr.

Was ich mit meiner Erzählung sagen will. Es war eine heile Welt damals für mich als Kind. Wir besaßen keinen Luxus, duschten nicht jeden Tag, fraßen keine Unmengen Fleisch, waren nicht digitalisiert, die meisten Mütter konnten bei ihren Kindern bleiben und waren nicht gezwungen arbeiten zu gehen, weil das Geld nicht reichte.

 Das Wort »Umwelt« gab es schlichtweg nicht. Mein Vater kippe E605 fröhlich als neuste Errungenschaft in den Garten. Das Bewusstsein, dass das ständige Wirtschaftswachstum für unseren Planeten schädlich ist, musste erst wachsen, ist aber trotzdem auch 2016 leider nicht in allen Köpfen angekommen.

Wir hatten eine starke DM, auf die Deutschland verdammt stolz war. Die Mauer fiel. Anfangs war es gewöhnungsbedürftig mal jemanden in Bonn sächsisch sprechen zu hören. Aber da kamen Deutsche mit der gleichen Mentalität, die trotz der immensen Kosten, das Land letztendlich stärker gemacht haben.
Deutschland besaß eine Grenze, einen Grenzschutz. Man fühlte sich als Deutscher beschützt und geborgen.


2001 der Knick. Firmenpleiten, das Geld der Menschen wurde halbiert. Zumindest nach ihrem Gefühl. Vereintes Europa. Wollten wir das wirklich? Wir hatten uns gerade an die türkischen Stadtviertel in Köln und an die Pizzeria an der Ecke gewöhnt. Brauchten wir Rumänen, Bulgaren und Kroaten im Land? Müssen wir nun wirklich mit unserer Arbeitskraft für die Misswirtschaft vieler anderer EU-Länder den Hals hinhalten? Ist es wirklich so, dass wir in den nächsten Jahrhunderten für unser schlechtes Hitler-Gewissen in aller Welt bezahlen müssen? Nur mal zur Erinnerung. Ich bin 1955, 7 Jahre nach Kriegsende, geboren.

Wie einsam sind wir geworden mit unseren Smartphones. Die Gesellschaft krankt daran, dass die Menschen nicht mehr miteinander sprechen. Die Kinder sind von den Straßen verschwunden. Sie sitzen zu Hause vor ihren Computern. Oft sich selbst überlassen, da die Eltern arbeiten sind. Die Feste sind Konsumfeste geworden. Der Zusammenhalt, der nach dem Krieg deutlich spürbar war, ist verschwunden. Jeder denkt nur an sich und an das eigene Portemonnaie.

Angst ist das vorherrschende Gefühl: Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst, den Kindern könnte etwas zustoßen, Angst, weil in fast jeder Ecke der Welt Krieg, Folter und Ungerechtigkeit herrschen, Angst vor der Zukunft. Angst vor der Unfähigkeit der Politiker, denen man aufgrund der Medien quasi minütlich ihr volksverachtendes, lobbyistisches Verhalten nachweisen kann. Ja, es war einfacher das Volk zu bescheißen, als es nur die Zeitungen und drei Fernsehprogramme gab.

Ich selbst musste mich zwischen Beruf, Haushalt und drei Kindern zerreißen, weil wir es sonst nicht geschafft hätten. Nun habe ich einen Rentenanspruch von 292 Euro.


Und nun die Frage. Ist es wirklich so unverständlich, dass einige zurück wollen nach 1970 oder 1980? Zurück in die Zeit der starken D-Mark?
Ist es wirklich schlimm, was die AfD da fordert? Ich glaube nicht, dass sie die Frauen degradieren wollen, indem sie sie an den Herd zurückholen. Sie wollen ihnen den Luxus ermöglichen wieder möglichst lange für ihre Kinder dazusein. Brauchen wir nicht dringend eine Förderung der einfachen Familien? Manch junge Familie arbeitet rund um die Uhr und kann sich keine zwei Kinder leisten.
Ist es wirklich so unverständlich, dass sie die sonntäglichen Kirchenglocken nicht durch Muezzinrufe übertönt haben wollen?

Das wollte ich euch mal zum Nachdenken geben.

Eure Pat McCraw